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Abmahnungen wegen vermutlicher Porno Downloads

Die Regensburger Kanzlei U+C verschickt seit vergangenen Donnerstag offenbar Abmahnungen an tausende Internetnutzer, die ein Streaming-Angebot für Pornofilme namens Redtube in Anspruch genommen haben.
 
Die betroffenen Nutzer sollen 250 Euro zahlen und eine Unterlassungserklärung abgeben. Ein Großteil von ihnen hat allerdings gleich drei bis vier Abmahnungen erhalten, in denen ihnen Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Diese sollen sie durch das Konsumieren pornografischer Filme auf Redtube begangenen haben.
 
Nicht nur das Ausmaß der Abmahnwelle ist ungewöhnlich, sondern auch, dass sie auf Streaming-Nutzer abzielt. Allen berichtenden Anwälten zufolge waren bisher ausschließlich Filesharer das Ziel solcher Aktionen. Denn beim Download über Peer-to-peer- oder Torrent-Netzwerke werden die urheberrechtlich geschützten Werke zugleich auch weiterverbreitet.
 
Anwalt24 hat die abmahnende Kanzlei U+C unter die Lupe genommen. Sie ist Experten nämlich nicht unbekannt. U+C habe in der Vergangenheit insbesondere durch die Ankündigung eines “Pornoprangers” auf sich aufmerksam gemacht. Dort wollte man Namen von Abgemahnten veröffentlichen, die angeblich per Filesharing einen Porno verbreitethaben und keine Zahlung an U+C leisteten. Auch sei von der Kanzlei bereits “eine Vielzahl von Online-Shop-Besitzern wegen angeblich wettbewerbswidriger AGB abgemahnt” worden.
 
Laut Blogger Lars Sobiraj hat ein Betroffener “heute gegen die Kanzlei u+c Strafanzeige wegen möglicher Internetkriminalität und den Verdacht auf Betrug und Nötigung gestellt. Er überlegt zudem den Anwälten jeglichen außergerichtlichen Kontakt zu untersagen.”
 
Nach Ansicht von Udo Vetter, Fachanwalt für Strafrecht und Betreiber des Blogs Lawblog.de, können Abgemahnte recht zuversichtlich sein: “Das bloße Betrachten eines Streams ist nach der derzeit gültigen Rechtslage keine “Vervielfältigung”. Das Gesetz fordert aber gerade diese “Vervielfältigung” für eine Urheberrechtsverletzung. Ob das eventuelle Zwischenspeichern auf dem Gerät schon eine Vervielfältigung ist, haben die Gerichte bislang nicht geklärt. Die Rechtsanälte U + C berufen sich lediglich auf das Urteil des Amtsgerichts Leipzig im Fall kino.to. Dort ging es aber um die Verantwortung von Betreibern einer Streaming-Plattform, nicht um deren Nutzer. Die Abmahner vergleichen hier Äpfel mit Birnen.”
 

Weiterlesen: Erste Abmahnwelle gegen Streaming-Nutzer gestartet

 
Quelle
ZDNetIT-Business
Erste Abmahnwelle gegen Streaming-Nutzer gestartet von Björn Greif am 9. Dezember 2013, 12:18 Uhr

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